Psychosebegleitung
Menschen, die eine psychotische Diagnose bekommen haben, sind häufig mit den daraus resultierenden Schwierigkeiten alleine. Klinikaufenthalte und medikamentöse Therapie sind in der Regel die einzigen Behandlungsmöglichkeiten. Alternative Methoden, wie z.B. Soteria sind in Deutschland selten anzutreffen, ebenso gibt es wenig Psychotherapeuten, die sich Menschen mit psychotischen Diagnosen zur Verfügung stellen.
Ich habe eine eigene Methode entwickelt, Menschen mit psychotischen Diagnosen einfühlsam durch den Wahn zu begleiten, diesem entgegenzuwirken und eine auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmte Nachbetreuung zu bieten. Frühwarnzeichen werden ausgearbeitet, außerdem wird, falls notwenig, die sogenannte normale Welt erklärt. Ziele werden gesteckt und der Weg dorthin differenziert ausgearbeitet, da Menschen mit psychotischen Diagnosen häufig nicht in der Lage sind, den Weg zum Ziel selbständig zu sehen und beschreiten zu können. Außerdem wird eingeübt, wie Bedürfnisse befriedigt werden können, da oft ein inneres Verbot besteht diese zu erfüllen.
Die Psychosebegleitung ist für all diejenigen sinnvoll, die wenig oder keine Medikamente nehmen, die zusätzlich zur medikamentösen Therapie eine Begleitung wünschen und für Menschen, die trotz medikamentöser Therapie psychotische Symptome haben.
Das Fünf-Stufen-Modell in Anlehnung an das Phasenmodell der Soteria (Loren Mosher / Luc Ciompi)
Stufe 1.: Die Begleitung durch die akute Psychose
Während der akuten Psychose begleite ich täglich einfühlsam und individuell im ambulanten Rahmen durch die andere Welt.
Falls notwendig werden sichere Rahmenbedingungen geschaffen, die ein ambulantes Begleiten ermöglichen.
Durch die Begleitung findet eine allmähliche Rückführung in die so genannte Realität statt.
Stufe 2: Nachbearbeitung der Psychose
Das existentielle eindrucksvolle Erleben einer Psychose bedarf einer intensiven Nachbearbeitung.
Des Weiteren werden die Frühwarnzeichen der Psychose gelernt zu erkennen, um einer weiteren heftigen Krise vorzubeugen.
Es werden Interventionsmöglichkeiten erarbeitet, die eine akute Psychose verhindern können.
Stufe 3: Orientierungsphase
Gemeinsam werden Interessen, Talente und Perspektiven erarbeitet, im privaten wie im beruflichen Bereich.
Stufe 4: Umsetzung der Ziele
Nach der Orientierungsphase werden die konkreten Ziele im privaten wie beruflichen Leben mit Unterstützung umgesetzt.
Stufe 5: Ablösung
Nach erfolgreichem Abschluss der 4 Stufen findet die Ablösungsphase statt. Bei Bedarf wird an niedergelassene Psychotherapeuten/-therapeutinnen weiter vermittelt.
© 2009 by Anja Wurm